X-Peers

Die Plattform


 X-Peers die neue Superkraft!

Integrativ, partizipativ, personenzentriert

X-Peer steht für Expert-Peer, also einen Menschen mit Expertise zur eigenen Erfahrung aus der Psychiatrie oder auch zu Handicaps und chronischen Krankheiten und Verlusten. Das X steht zudem für die Vielfalt der Themen und, dass jeder Mensch, jeder Fall einzigartig ist. Und so stehen auch Fragen zur Diskussion:

  • Wer ist ein*e Peer und was machen Peers?
  • Wo arbeiten Peers?
  • Welche Methoden wenden Peers an?
  • Wieviel verdiente ein Peer, wie steht es um die Arbeitsbedingungen?
  • Was zeichnet eine*n Peer aus?
  • Wie werde ich selbst, als betroffene Person (Patienten, Klienten und Angehörige), Peer?

 Falls Sie eine*n Peer suchen finden Sie weiter unten unsere online-Plattformlösung...

Wer ist ein*r Peer und was machen Peers?

 

Unter Peer-to-Peer versteht man allgemein die Kommunikation unter Gleichen. Im Umfeld der Psychiatrie spricht man von sogenannten «Experten aus eigener Erfahrung», Peers sind hier Gleichbetroffene (zu Neurosen, Sucht und Substanzkonsum, Autismus/ASS und psychotischen Erlebnissen). Die Gleichaltrigkeit bezieht sich i.d.R. auf das Erwachsenenalter. Dazu kommt auch, dass in der Somatik (zu chronischen Krankheiten und handicapierte Menschen) vermehrt von Peers gesprochen wird. Das Spektrum ist hier sehr breit: Die verschiedenen Plegien, Multiple Sklerose, Krebs (verschiedenste Arten), Morbus Crohn, Diabetes, Seh- und Hörbeeinträchtigungen, Amputation, Chronische Schmerzen etc. Und auch beim Verlust von Kindern und Lebenspartnern kann ein Peer helfen.

 

Peers für psychische Gesundheit begleiten Menschen aus der Krise heraus und auf dem weiteren Genesungsweg, sie sind Vorbild und Modell. Sie sind betreffend ihrer eigenen Geschichte reflektiert und können daraus mit Patienten und Klienten Strategien ableiten, um auf «Augenhöhe» in Kontakt zu treten, Vertrauen zu schaffen und Hoffnung zu vermitteln  auch selber profitieren sie von ihrer Tätigkeit als Genesungsbegleiter, wie Peers auch genannte werden. Die psychosoziale Peer-Arbeit fasst etwas weiter und bietet auch Sozialarbeit z.B. durch (spezialisierte) Somatik-Erfahrene an.

 

Wo arbeiten Peers?

 

Im Kontext der stationären Psychiatrie, Ambulatorien und betreutem Wohnen hat sich seit 2009 auch in der Schweiz die Peer-Arbeit als junge Disziplin verbreitet. Im ambulanten Bereich gibt es vereinzelte Angebote und Netzwerk Gesundheit Schweiz setzt sich mit eigenen Projekten und indem Sie die fehlenden Grundlagen dazu schafft dafür ein, die Begleitung durch Peers im ambulanten Setting auszurollen:

  • Begleitung von Spitalaustritten
  • Psychiatrie Spitex
  • Pflegehilfe Somatik
  • Ärzte- und Therapiesetting
  • Psychosoziale Arbeit
  • Gruppenleitung und -teilnahme
  • Assistenz (zur Begleitung handicapierter Menschen)
  • Co-/Dozieren (Referenten*innen)
  • Öffentlichkeits- und Medienarbeit (Foto, Text, Video u. Audio)
  • Wissenschaftliche Forschung (Datenerhebung u.a.)
  • In der Politik (Lobbying)
  • etc.

Peers kommen somit in der Behandlung, Pflege, Beratung, Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Bildung, Forschung und Politik zum Einsatz, aber auch in der Kunst und Kultur.

 

 


Welche Methoden wenden Peers an?

 

Das wichtigste für einen Peer ist das Selbstmanagement, seine eigenen Emotionen und Stress regulieren zu können und eigene Skills erarbeitet zu haben. Dies ist die Grundlage für die Begleitung von Patienten und Klienten durch Peers. Peer-Supporter fokussieren sich auf den Erfahrungsaustausch, um sogenanntes WIR-Wissen aufzubauen. Sie bieten zudem eine emotionale und soziale Stütze. Sie helfen aber auch instrumentell und je nach Peer bei der Administration.

 

Peer-Arbeiter und Genesungsbegleiter sind mit dem Recovery und Empowerment Ansatz vertraut (vgl. EX-IN). Betroffene Menschen zu stärken und den Einfluss auf ihr eigenes Leben zurückzugewinnen, sich zu emanzipieren, das alles bedeutet Empowerment. Dazu kommen Elemente, wie Selbstbestimmung, Selbsthilfe und die Teilhabe an der Gesellschaft. Die Genesung in den Mittelpunkt zu stellen, wobei die Heilung nicht als vollständig verstanden wird, und ein freudvolles, zufriedenes Leben zu ermöglichen, das steht hinter dem Begriff Recovery.

 

Peers sind keine Therapeuten, können aber eine therapeutische Wirkung haben, wobei auch Peers mit einer entsprechenden Qualifikation therapeutisch arbeiten können, im Milieu-therapeutischen Ansatz (Kochen, Basteln und Bewegen) oder in der Adhärenz-Therapie.

 

Im Weiteren können Peers in der Sensibilisierung, Aufklärung und Entstigmatisierung mitwirken.

 

Wieviel verdient ein Peer, wie steht es um die Arbeitsbedingungen?

 

Die Kooperation vom Verein PRIKOP, der Stiftung Pro Menta Sana, Verein EX-IN Schweiz und Fachverband Peer+ haben Praxisempfehlungen zur Anstellung von Peers in Institutionen entwickelt. Peers sollten im angepassten Beschäftigungsgrad mindestens zu zweit in einer Institution (zum Austausch untereinander) vorhanden sein, die Einbindung in den Prozess und ins Team sind wesentliche Erfolgsfaktoren und Motivatoren. Peers sind auch an die ethischen Standards und Schweigepflicht gebunden.

 

Empfohlen wird, dass das Lohnniveau für Peer-Mitarbeitende in der Mitte zwischen Fachleuten Gesundheit FaGe (EFZ) und Pflegefachpersonen HF liegt. Eine Peer-Lohnstudie (2020) aus der Psychiatrie zeigt mit Brutto-Stundensätzen von 25 bis 37 Franken einen Lohn beim Vollzeitäquivalent von 4'200 bis zu 6'500 Franken.

 

Netzwerk Gesundheit Schweiz setzt sich dafür ein, dass Peers eine Supervision und nach Bedarf eine Coaching erhalten. Die Förderung durch Weiterbildung und Resilienz-Trainings gehört dazu. Zudem ist auch das Stressgeschehen der Peer-Mitarbeitenden im Auge zu behalten.

 


Was zeichnet eine*n Peer aus?

 

Eine Fachperson meint: «Uns ist es wichtig, dass die Peer [Person] kontaktfreudig, kommunikativ, emphatisch, vertrauenswürdig und reflektiert ist. Sie sollte psychisch stabil sein. Die Person braucht einen Führerausweis. Das Geschlecht und das Alter sind nicht relevant. Es braucht keine [Spitex] Erfahrung.»

 

Peers sollten zudem nicht nur über Krisenerfahrung, sondern auch über ausreichend Lebenserfahrung verfügen. Je nach Setting sind spezifische Ressourcen, Setting-Erfahrungen, eigenen Themen und die Sprachkenntnisse von Bedeutung. Peers sollten auch mit einfachen administrativen Aufgaben betraut werden können und Branchenkenntnisse besitzen.

 

Selbstmanagement, ensa-Handlungskompetenzen im Umgang mit Krisen, der Austausch von Erfahrungswissen, Empowerment und Recovery können gelernt und trainiert werde, wie auch therapeutische Ansätze. Dazu orientiert sich Netzwerk Gesundheit Schweiz an den folgenden Stufen:

 

Selbstmanagement als Basis und

  1. Austausch von Erfahrungswissen
  2. Recovery und Empowerment Ansatz
  3. Spezialisierungen, wie Milieu- und Adhärenz-Therapie.

Informationen zu Aus- und Weiterbildung sind unter den Hilfestellungen zu finden. >>> Auxiliar

 

no. 2: Vortex


Wie werde ich selbst, als betroffene Person (Patienten, Klienten und Angehörige), Peer?

 

Wir haben Dir als Selbst-Betroffene Person eine Seite zusammengestellt, wie du eine Peer-Karriere via Netzwerk Gesundheit Schweiz angehen kannst. Für Angehörige betroffener Personen ist der Dachverband VASK Schweiz und die regionalen Vereine Angehöriger psychisch Erkrankter eine gute Anlaufstelle, weiter Informationen erhalten Sie unter: >>> Angehörigenbegleitung

 

Peersuche

Plattformlösung


Die Peer-Plattform wird gegen Ende Jahr (2022) aufgeschaltet:

  • Hier können Sie zukünftig als Fachperson FSP oder FMH direkt Peers buchen;
  • oder als Privatperson eine*n Peer im Tandem mit einer Fachperson finden.

Als Fachorganisation Spital, Spitex, Sozialdienst, Schonarbeitsplatzanbieter etc. wenden Sie sich bitte direkt an uns: info(at)ngch.ch.

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