Projekt INGA

Peerarbeit auch ambulant


Projekt INGA

«Peerarbeit ausserhalb von Psychiatrien»

  • INvolvement, von Psychiatrie erfahrenen Menschen (sogenannten Nutzern)
  • Genesungsbegleitung, gemäss Recovery und Empowerment Ansatz
  • Austausch, zwischen Gleichbetroffenen zur Erweiterung von Erfahrungswissen

Exkurs ./.


Stopp Mindf*ck

Kampf den negativen Gedanken – nebst Coaching und Techniken zur Stress-Regulation, unter anderem aus der Recovery- und Empowerment-Bewegung,  wird hier auf die ambulante Peerarbeit komplementär zur Psychotherapie eingegangen...

 

Natural Biohacking

360° gegen Stress – Burnout – Depression. Unser Körper beeinflusst unsere Emotionen und Gedanken mehr als unserem Verstand lieb ist. Zur Optimierung von Körper und Geist werden diverse Hacks vorgestellt...

 

 

Digital Burnout

Sozial und digital ohne Burnout 4.0, unsere Arbeit und modernen Kommunikations-Mittel haben uns fest im Griff. Zur Prävention von Burnout werden hier wirkungsvolle digitale Hygiene-Massnahmen für Betriebe aufgezeigt...

 

 



Seite 2009 hat sich psychiatrische Peerarbeit in der Schweiz stationär verbreitet und in Tageskliniken ambulant. Ausserhalb von Kliniken fehlt es in der Schweiz weitgehend an institutionalisierter und qualifizierter Peerarbeit. Das Projekt INGA, welches vom Projektkonsortium der Netzwerk Gesundheit Schweiz GmbH und dem Verein Spitex oberes Worblental getragen wird, beabsichtigt den Pilotbetrieb 2021/22 ambulanter Peerarbeit im Kanton Bern (gemäss 'Letter of Support' der GSI-Direktion). Mit dem Piloten soll eine tragfähige Lösung erarbeitet werden, die danach auf die gesamte Schweiz ausgerollt werden kann. Folgende Geschäftsfelder stehen im Fokus :

  • Überbrückung der Versorgungslücke vom Hausarzt zum Psychotherapeuten in der Krise
  • Hoffnungsindikator und Suizidprävention / Notfallkontakt und -telefon
  • Begleitung von Klinikaustritten im stationär-ambulanten Übergang
  • Peerarbeit komplementär zur Psychotherapie, Psychiatrie Spitex

Die Anwendung von Peerarbeit wird in diesen Bereichen im Tandem, zusammen mit Hausärzten, Psychotherapeuten, Kliniken und der Psychiatrie Spitex, erfolgen.


Das Modell

Peerarbeit im Dialog, Trialog und in Gruppen.

Das Lösungsmodell besteht aus der Peer-2-Peerkonstellation von Peerarbeiter*innen und Peerpatienten*innen. Die Peerarbeit erfolgt im Dialog, Trialog und in Gruppen. Als Nebenleistungen werden von Dritten 360° Körper- und Sozialarbeit angeboten. Die Ausbildung der Peerspezialisten*innen erfolgt intern oder extern mittels einer adäquaten Weiterbildung, wie z.B. von EX-IN angeboten. Qualifizierte Peer-Mitarbeitende werden rekrutiert, in Gruppen psychologisch begleitet und gefördert. Mit dem SPITEX Modell kann die Psychiatrie SPITEX nach einer Fallabklärung um Peerarbeit ergänzt werden und Patienten*innen reziprok ein Home Treatment angeboten werden.

Hinweis

Peerarbeit wirkt positiv auf die Genesung und soziale Kontakte mindern die Suizidalität. Dazu kommt, dass Angehörige im Trialog entlastet werden können. Peerarbeit ersetzt keinesfalls die Psychotherapie, sie ergänzt sie. Auch die Peerarbeiter*innen selber profitieren von der Tätigkeit als Genesungsbegleiter, da sie gemäss Moran et al. (2012)* mehr körperliche und seelische Gesundheit entwickeln.

 

*Moran, G., Russinova, Z., Gidugu, V., Yim, J. und Sprague, C. (2012). Benefits and mechanisms of peer providers with mental illnesses. In: Qualitative Health Research, 22.

Sind Sie interessiert an ambulanter Peerarbeit? Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen: info(at)ngch.ch

Referrals


SRF 10 vor 10 vom 12.01.2018 / ein Beitrag mit Nicole Hirschi

«Die Idee»: Psychisch Kranke helfen psychisch Kranken.

Wie können psychisch kranke Menschen leichter wieder Arbeit finden? Eine Antwort darauf: Wenn Menschen sie begleiten, die selber etwas Ähnliches durchgemacht haben - sogenannte Peers, die auch psychisch belastet waren.


10.3255 – Postulat Stähelin vom 19. März 2010

«Die Zukunft der Psychiatrie in der Schweiz.»

 

Der Bundesrat wird beauftragt, Bericht zu erstatten und Vorschläge zu unterbreiten betreffend:

  • das heute existierende und das künftig anzustrebende Angebot an stationärer und an ambulanter Psychiatrie in der Schweiz;
  • den Ausbau ambulanter Angebote insbesondere im Rahmen eines integrierten Case Managements, poststationärer Übergangsbehandlung sowie verbesserter Triage;
  • die entsprechende Reduktion von Häufigkeit und Dauer stationärer Behandlungen;
  • Fehlanreize und Hemmnisse durch die bisherige dualistische Finanzierung der stationären Behandlung;
  • die Schnittstellen, insbesondere bei der Finanzierung, zur IV und zu Straf- und Massnahmenvollzug/Forensik.

Begründung

 

Das psychiatrische Angebot befindet sich in unserem Land seit einiger Zeit in starkem Wandel. Im Rahmen auch von Richtlinien der GDK aus dem Jahre 2008 werden ein Ausbau ambulanter, aufzusuchender Angebote und eine verbesserte Triage angestrebt. Gleichzeitig sollen die überlasteten und kostenträchtigen stationären Kapazitäten tendenziell reduziert werden. Wege hierzu bieten ein intensives Case Management und poststationäre Übergangsbehandlungen. Dies bedarf vermehrter Ambulatorien und Tageskliniken sowie sozialpsychiatrischer Angebote.

 

Die unterschiedliche Finanzierung von stationärer und ambulanter Behandlung erschwert diesen Prozess erheblich und setzt Fehlanreize. Abhilfe ist dringend notwendig.

 

Auf der Finanzierungsseite wirken sich zudem die unterschiedlichen Kostenträger bei IV-Patientinnen und IV- Patienten sowie forensisch Eingewiesenen hemmend aus.

 

Bericht und Vorschläge sollen klärend wirken und im Zuständigkeits- bzw. Regelungsbereich des Bundes Hemmnisse der Entwicklung beseitigen.